Das zweite Wochenende unserer Ehemaligen-Truppe wurde verdankenswerterweise von Piwi organisiert.
Wir traffen uns einem Samstag Morgen im September bei kühlen Temperaturen am Bahnhof beim Expressbuffet (oder was auch immer).
Mit dabei war das allererste Mal als Nicht-Organisator Rüedu. Es war schön auch die anderen alten, bekannten (Betonung auf bekannte) Gesichter wiederzusehen. In letzter Zeit sehen wir uns ja nicht mehr so oft wie früher. Die Freude war umso grösser. Leider schaffte es der Bus-„Sponsor“ selber nicht (hallo RvA!), aber immerhin durften wir den Bus trotzdem benutzen so ging es nach den obligaten zwei viel zu frühen Zigaretten los.
Weil unsere Organisator und Fahrer viel zu schnell unterwegs war machte er freundlicherweise eine Pinkel- und Rauchpause auf dem Brünig damit es uns möglichst kalt wurde. Die blauen Zehen konnte Kusi wegen der Flipflops nicht verheimlichen… Nach diesem völlig unnötigen Zeitspiel war es nicht mehr weit bis zum Brünig indoor.
Dort erwartete uns eine riesige wirklich sehr imposante Riesenanlage am Eingang mit den Worten „Willkumm zionis“ (ich weiss leider nicht mehr, ob wir überhaupt herausgefunden haben, was das wirklich heissen soll – egal). Wie wir erfuhren, wird die in die Anlage nicht nur als riesige Indoor-Schiessanlage genutzt, sondern auch als Feuerwehr-Übungsstätte und als Sprengstoffdepot. Entgegen unseren Spekulationen handelt es sich bei der Anlage offensichtlich nicht um einen ehemaligen Militärbunker. Nein, die Anlage wurde tatsächlich aus privater Initiative gebaut. Unsere Tiefbau- und Bau-Profis bestanden zudem das grosse Firmengelände der Gasser Felstechnik-Firma.
Nun ging es darum, uns in drei verschiedenen und recht traditionellen Schiess-Disziplinen zu messen.
Im Bogenschiessen war es natürlich unser Anspruch, mindestens ein (eigener) Pfeil zu spalten. Und weil Wirklichkeit und Anspruch nicht immer deckungsgleich sind, versuchten wir es halt manchmal auch mit (unfreiwilligen) Weitschüssen über die Scheibenanlage hinweg. Es fanden sich aber auch einige Naturtalente unter uns.
Beim Armbrustschiessen benutzte Hausi illegale Auflagen um seine Körpergrösse mit dem Auflagentisch kompatibel zu machen. Das entsprechende Disziplinarverfahren ist aktuell noch offen und deshalb kann ich mich hier leider nicht weiter dazu äussern.
Zum krönenden Abschluss das Blasrohr: Hier galt es sprichwörtlich der nötigen „Pfupf“ hinzukriegen. Mindestens einem von uns gelang es doch tatsächlich mehrere Pfeile ineinander bzw. übereinander zu platzieren und das dann auch noch ziemlich mittig auf der Scheibe – Gratulation!
Nach feierlicher Rangverkündigung schauten sich ein paar von uns noch die übrigen Schiessanlagen an. Besonders in Erinnerung bleiben wird uns ein leicht verwirrt wirkender Jäger. Jedenfalls revidierten einige von uns sämtliche Wander-Pläne in Jadggebieten.
Zum Glück gibt es aber auch Jäger, die etwas treffen und so genossen wir im Anschluss in der Anlage einen wunderbaren Wildteller.
Nach dem sehr kühlen Start hatte sich der Tag mittlerweile zu einem wunderbaren warmen Spätsommertag gemausert. So war es denn auch sehr passend, dass unsere nächste Station in Sempach am Sempachersee lag. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir aber noch nicht, dass wir die meiste Zeit des Nachmittags nicht im Wasser sondern aufdem Wasser verbringen werden. Weil Piwi es verpasst hat, Motorboote oder Jetskis zu organisieren, wurden wir in die Kunst des Ruderns eingeführt.
Gleichzeitig wurden wir auf das bevorstehende Hochzeits-Apèro hingewiesen. Aber auch hier spielte uns das Schicksal einen Streich: Wir wurden nämlich ausdrücklich aufgefordert, dem Apero grossräumig aus dem Weg zu gehen. Das machte die bevorstehenden Anstrengungen natürlich nicht einfacher.
Nach Einführung in die Ruder-Theorie und Trockenübungen in einem Fitnessraum ging es darum, unseren Achter und den Dreier einzuwassern. Dies dürfte als separate Disziplin ebenfalls bald olympisch werden. Das Rudern im gleichmässigen Takt erwies sich übrigens als eine ausgesprochene Hochkonzentrations-Übung. Und falls man tatsächlich einmal mehrere Schläge technisch einwandfrei und im Gleichtakt mit den Anderen hingekriegt hat, liess einen die Freude daran sofort aus dem Takt fallen. Es war aber eine super Erfahrung! Wirklich äusserst eindrucksvoll, dieses Rudern. Ebenso die Geschichten über die Ausflüge der das Ruderclubs, welche anscheinend bis auf den Douro in Portugal führten (für mich weiterhin eher ein Weinanbaugebiet). Wir ruderten jedenfalls nicht bis zu „Ursi“ am See-Ende. Zu unserem Glück kehrten wir ungefähr in der Hälfte bereits wieder um . Grund: unsere Rudercoaches hatten keine Energie mehr (oder vielleicht war es doch etwas anderes). Jedenfalls ist es völlig okay, dass die nächsten Olympischen Sommerspiele erst in vier Jahren stattfinden
Danach gab es für die die wollten noch eine erfrischende Abkühlung im Sempachersee. Piwi fuhr uns mit dem hochmodernen Bus ins hochmoderne Willisau und dort ins hochmoderne B&B Hotel „Peter & Paul“ mit Vierer- und Sechser-Schlägen. Für einige nicht ganz so hochmodern veranlagte Jungs von uns einigermassen einen Schock. Die paar Minuspunkte kann Piwi aber locker verkraften. Er hat sie nämlich mit diversen anderen Pluspunkten mehr als locker wett gemacht. Auf jeden Fall galt es, die Zimmer zu beziehen und endlich (ja endlich-endlich) ein kühles Bier zu geniessen.
Dieser kurze Moment unserer Unaufmerksamkeit und des vollen Genusses mit der Sonne im Gesicht und einem Bier in der Hand hat unser Präsident Keule gnadenlos ausgenutzt, um die nächsten zwei OK-Präsidenten für diesen Anlass zu erküren (cleverer Bursche, Keule!).
Bei einem wirklich ausgezeichneten Essen in einem örtlichen Restaurant bei einem nicht örtlichen Walliser Gastgeber genossen wir den Abend bei einem Fondue Chinoise – Prädikat: Spitzenklasse. Nicht fehlen durften die sehr, sehr traditionellen (und ebenso wichtigen!) Ramazzotti, die dummen, die klugen, die philosophischen und die fröhlichen Gespräche. Das erinnerte den Schreibenden an etwas was ihm schon ziemlich gefehlt hat. Wirklich wunderbar Gielä – merci viumau!
Während die Meisten direkt zum Schlummertrunk beim Hotel zurückkehrten, wagten wenige noch einen Abstecher ins Städtchen. Dort war nämlich eine Riesen-Party am ausklingen.
Am nächsten Tag fuhren wir an ein paar Faustball-Hochburgen vorbei nach Tschugg. Bei etwas bedrohlicher Wetterkulisse ging es dort zum Swin-Golf. Und nein: es hat nichts mit nackten Menschen zu tun. Jedenfalls hielt das Wetter wunderbar – die Nerven jedoch nicht bei allen. So flogen im beschaulichen Tschugg an einem sonst ruhigen Sonntag Bälle und Fluchwörter gleichermassen kreuz und quer über den Rasen. Unsere Truppe entschied sich deshalb nach der Hälfte für eine taktische Pause mit einem Bier. Das hat allerdings überhaupt nichts gebracht. Also weiter im Gleichtakt. So trafen sich die erfolgreichen und auch die weniger erfolgreichen Golfer beim berühmten Loch 19 (Beiz) und genossen zum Abschluss bei einem oder zwei Bierchen noch etwas Flammkuchen.
Merci hunderttuusig, Piwi, für das super Wochenende und die sehr gut gelungene Organisation! Es wirklich Spass gemacht!
Nun hoffen wir natürlich auf die eine oder andere Gelegenheit für ein gemeinsames Happening, bevor das nächste 3nach3-Weekend ansteht….
Lugi